{"id":10117,"date":"2017-08-23T11:58:00","date_gmt":"2017-08-23T09:58:00","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.tsp.at\/2017\/08\/23\/induktionsverfahren-in-der-waermebehandlungsindustrie-boomen\/"},"modified":"2025-10-21T14:57:39","modified_gmt":"2025-10-21T12:57:39","slug":"induktionsverfahren-in-der-waermebehandlungsindustrie-boomen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tsp.at\/en\/2017\/08\/23\/induktionsverfahren-in-der-waermebehandlungsindustrie-boomen\/","title":{"rendered":"Induktionsverfahren in der W\u00e4rmebehandlungsindustrie boomen"},"content":{"rendered":"<article class=\"item\">\n<h2><strong>EMA Indutec landet mit &#8220;Hotrunner&#8221; beachtliche Verkaufserfolge<\/strong><\/h2>\n<p>23.08.2017<\/p>\n<\/p>\n<\/p>\n<\/p>\n<\/p>\n<\/p>\n<p>Meckesheim \u2013 <strong>Die elektromagnetische W\u00e4rmebehandlung von Metallbauteilen, kurz Induktion, galt lange Zeit als magisches Geheimwissen. Selbst Technikern musste oft erst die Scheu davor genommen werden, sich mit Induktionsprozessen zu befassen. Doch seitdem das Verfahren \u00fcber die beliebten Induktionskochfelder den modernen Haushalt erobert hat, boomen auch industrielle Anwendungen. Der deutsche W\u00e4rmebehandlungsspezialist EMA Indutec, ein Unternehmen der weltweit f\u00fchrenden AICHELIN-Gruppe, kann sich \u00fcber die gute Auftragslage freuen.<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.ema-indutec.de\" target=\"_blank\">http:\/\/www.ema-indutec.de<\/a> <\/p>\n<p>Massive Investitionen in die Technologie, eigene Patente und innovative neue Linienproduktionsverfahren haben dazu gef\u00fchrt, dass die fr\u00fcheren Einzelprozesse &#8220;Fixturh\u00e4rten, Kalibrieren und Anlassen&#8221; mittlerweile in einem einzigen Schritt und einer einzigen Anlage bewerkstelligt werden k\u00f6nnen. Die Erfolgsstory hat auch einen Namen: 25 Greifersternmaschinen vom Typ VELA wurden in den vergangenen Jahren ausgeliefert, allein zehn davon 2016. Weitere f\u00fcnf Anlagen wurden dieses Jahr verkauft, vor allem die chinesische Industrie zeigt sich hochinteressiert.\n<\/p>\n<p><strong>Von der Einzel- zur Linienproduktion<\/strong> <\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr den industriellen Induktionsboom ist rasch erkl\u00e4rt: Kombinierte induktive W\u00e4rmebehandlungsprozesse sind deutlich einfacher, intelligenter, umweltfreundlicher, im Endkonturma\u00df genauer und damit kosteng\u00fcnstiger als die konventionelle W\u00e4rmebehandlung. Fr\u00fcher wurden unterschiedliche Metallbauteile (z.B. Schiebemuffen, Tellerr\u00e4der) zusammen in einem Ofen aufgekohlt, dann im \u00d6lbad oder in einer H\u00e4rtepresse abgeschreckt, gewaschen und angelassen. Daf\u00fcr brauchte es H\u00e4rte\u00f6fen, Pressen, Waschmaschinen, Anlass\u00f6fen u.v.m.\n<\/p>\n<p>Diese Einzelschritte fallen im &#8220;Single Piece Flow&#8221; weg. &#8220;All in one&#8221; ist heute die Devise. Der komplette W\u00e4rmebehandlungsprozess wird mit einer Maschine abgebildet und abgedeckt &#8211; durch die sogenannte &#8220;Einzelfertigung in der Linie&#8221;. Die neuen Anlagen sind selbst f\u00fcr flache Metallbauteile geeignet, zum Beispiel auch f\u00fcr Tellerr\u00e4der von bis zu 500 mm Durchmesser. Um gerade solche Tellerr\u00e4der genau fertigen zu k\u00f6nnen, haben die EMA-Profis das konventionelle Fixturh\u00e4rteverfahren mit dem Induktionsverfahren kombiniert.\n<\/p>\n<p><strong>&#8220;Was nicht krumm ist, ist auch nicht hart&#8221;<\/strong> <\/p>\n<p>Wilfried Goy, Leiter der Technologie-Entwicklung, arbeitet seit seinem Einstieg bei EMA Indutec vor 12 Jahren an der Verbesserung der Kalibrier- und Fixturh\u00e4rteprozesse. Er will die nat\u00fcrliche Verformung (&#8220;Verz\u00fcge&#8221;) der Werkst\u00fccke im H\u00e4rtungsprozess besser verstehen und dadurch minimieren, denn diese sind bei Temperaturen zwischen 20 und 950\u00b0 physikalisch bedingt und &#8220;gottgegeben&#8221;, sagt Goy. &#8220;Wir arbeiten an Verfahren, um diese Verz\u00fcge im Zaum zu halten. Das erreichen wir dadurch, dass wir die Werkst\u00fccke einspannen und\/oder auf einem Kalibrierdorn beim Abk\u00fchlprozess aufschrumpfen.&#8221;\n<\/p>\n<p>Der Vorteil: Die mechanische Nacharbeit, das Schleifen der Metall-Oberfl\u00e4chen wird so auf ein Minimum reduziert. Goy sch\u00e4tzt, dass der Aufwand daf\u00fcr heute nur noch ein Viertel des Volumens von vor 20 Jahren ausmacht.\n<\/p>\n<p>Die langwierigen und teuren Schleifprozesse sind es auch, um die es letztlich in der Kostenfrage geht. Je pr\u00e4ziser (&#8220;endkonturnah&#8221;) die Werkst\u00fccke in punkto Rundheit, Planheit, Rechtwinkeligkeit, geometrischen Abmessungen aus der Fixturh\u00e4rtung heraus kommen, desto geringer der Aufwand in der Nachbehandlung. Goy: &#8220;Wir konnten die Verz\u00fcge gerade bei Bauteilen wie Schiebemuffen bis auf wenige 100stel mm reduzieren. Genauer gesagt auf 3 &#8211; 5\/100 oder 30-50 \u00b5m (Mikrometer).&#8221;\n<\/p>\n<p><strong>Fixturh\u00e4rten, Kalibrieren und Anlassen<\/strong> <\/p>\n<p>Das ganze Verfahren selbst ist eine Wissenschaft f\u00fcr sich: Die (induktive) Fixturh\u00e4rtung erfolgt bei Temperaturen von 900 bis 950\u00b0C. Beim anschlie\u00dfenden Kalibrieren wird das Werkst\u00fcck auf einem Kalibrierdorn von 950\u00b0C auf Raumtemperatur herunter gek\u00fchlt: im Fachjargon auf den Dorn &#8220;aufgeschrumpft&#8221;.\n<\/p>\n<p>Nach dem H\u00e4rten und Kalibrieren wird das Teil wieder erw\u00e4rmt bei 200 bis 250\u00b0C. Das nennt man Anlassen bzw. Entspannen. Dieser Prozess soll H\u00e4rtespannungen innerhalb des Metallwerkst\u00fccks reduzieren. Das H\u00e4rtegef\u00fcge wird ausgeglichen bzw. die Spr\u00f6digkeit reduziert.\n<\/p>\n<p>Dieser Entspannungsprozess ist auch ein charakteristischer Verfahrensschritt der EMA Indutec und konnte international patentiert werden. Bei Temperaturen zwischen 200 bis 250\u00b0C bildet sich n\u00e4mlich ein kleiner Spalt, der das Abstreifen des Werkst\u00fccks vom Kalibrierdorn leicht macht &#8211; und das ohne Verschlei\u00df am Dorn. Fachleute nennen dieses Entfernen vom Dorn &#8220;warm abstreifen&#8221;.\n<\/p>\n<p>Insgesamt ben\u00f6tigt die gesamte Behandlungsprozedur nur knapp eine Minute pro Bauteil. Durch eine gestaffelte Bearbeitung &#8211; auf verschiedene Stationen aufgeteilt &#8211; fertigt die VELA &#8220;Hotrunner&#8221;-Anlage zwei Bauteile pro 30 Sekunden.\n<\/p>\n<p><strong>N\u00e4chste Hotrunner-Generation<\/strong> <\/p>\n<p>Goy betont, dass die Erfolgsstory von EMA Indutec viele V\u00e4ter hat, die Entwicklung des kombinierten Verfahrens aber sicherlich noch weiter gehen wird. Schon seit 2016 wird an einer n\u00e4chsten, gr\u00f6\u00dferen Generation des Hotrunners gearbeitet, um eine optimierte Kalibrierung auch bei r\u00e4umlich ausgedehnten Werkst\u00fccken zu erm\u00f6glichen. Press-Stempel in der Maschine stellen sicher, dass aufgeschrumpfte Bauteile von oben wie unten beim Abh\u00e4rten gepresst werden, um die vordefinierte Ma\u00dfhaltigkeit zu erreichen. Je gr\u00f6\u00dfer das Werkst\u00fcck (z.B. Tellerr\u00e4der), desto wichtiger die Formgabe.\n<\/p>\n<p>Die 5 Prozent Investitionskosten in Forschung, Entwicklung &amp; Weiterbildung pro Jahr sind ma\u00dfgeblich verantwortlich f\u00fcr die Erfolgstory: 25 Prozent des EMA-Umsatzes werden heute bereits durch das neue kombinierte Induktionsverfahren gemacht, und dieser Anteil soll weiter steigen, zeigt sich Goy \u00fcberzeugt. Dazu beitragen werden die Versuchsabteilung und Applikationsmaschinen, der exzellent geschulte Vertrieb, aber auch Seminare und Vortr\u00e4ge f\u00fcr Kunden. Bis zu 100 Personen laufen j\u00e4hrlich durch die Informations- und Fortbildungsaktivit\u00e4ten des Hauses und werden so dar\u00fcber aufgekl\u00e4rt, wie konventionelle Verfahren ersetzt werden k\u00f6nnen.\n<\/p>\n<p><strong>Hei\u00dfe Zukunft erwartet<\/strong> <\/p>\n<p>Laut Goy werden die Anforderungen an die W\u00e4rmebehandlung weiter steigen, vor allem weil die aufw\u00e4ndige Nacharbeit minimiert und im Idealfall eliminiert werden soll. &#8220;Da sind wir noch nicht am Ende der Fahnenstange&#8221;, sagt der Experte. &#8220;Schleifprozesse sind teuer, daher ist der Druck zu Kostensenkungen gro\u00df.&#8221; Das bedingt auch immer mehr eine Zunahme der Produktion in der Linie ebenso wie die Umstellung konventioneller W\u00e4rmebehandlungsverfahren auf Linienproduktion.\n<\/p>\n<p>&#8220;Das Induktionsverfahren gewinnt innerhalb der W\u00e4rmebehandlung jedenfalls stark an Bedeutung&#8221;, ist sich Goy sicher. Die Induktion ist weit eleganter als die herk\u00f6mmliche W\u00e4rmebehandlung, verursacht geringere Verformungen (Verz\u00fcge) bei den Werkst\u00fccken, geht schneller und ist ein sauberes und auch umweltfreundlicheres Verfahren, da etwa die \u00d6labschreckung wegf\u00e4llt.\n<\/p>\n<p>Auch die Nachfrage nach der W\u00e4rmebehandlung insgesamt steigt, meint Goy, weil die Bauteile immer d\u00fcnner und kleiner werden und dadurch eine immer h\u00f6here Festigkeit dieser Teile notwendig wird. Denn die Materialbelastungen bleiben die gleichen oder werden sogar proportional gr\u00f6\u00dfer; kleinere Teile m\u00fcssen dann auch mehr aushalten.\n<\/p>\n<p>Der W\u00e4rmebehandlungsindustrie stehen also neue Innovationen ins Haus. Sie wird sich weiter verfeinern und spezialisieren, so der Entwicklungschef von EMA Indutec. &#8220;Neue Bereiche sehen wir in pulvermetallurgischen Verfahren und bei Sinterwerkstoffen. Solche Herstellungsmethoden gewinnen an Bedeutung und damit auch die W\u00e4rmebehandlung. Aber da sind wir noch am Anfang, ebenso wie beim 3D-Druck. Der wird zwar diskutiert, vieles steht noch in den Sternen. Man muss das aber beobachten.&#8221;\n<\/p>\n<p><strong>Die Greifersternmaschine von Ema Indutec<\/strong> <\/p>\n<p>VELA ist eine Hochleistungsmaschine f\u00fcr die W\u00e4rmebehandlung von Getriebebauteilen (z.B. Schiebemuffen) in weltweit einzigartiger Qualit\u00e4t. Sie verarbeitet mehrere Prozesse in einem Durchgang: Neben dem induktiven H\u00e4rten von aufgekohlten Schiebemuffen mit Abschrecken auf einem Kalibrierdorn das induktive Anlassen in Verbindung mit einem verschlei\u00dffreien Abziehen des hochgenau kalibrierten Werkst\u00fccks vom Kalibrierdorn.\n<\/p>\n<p>Durch die enge Toleranz der w\u00e4rmebehandelten Werkst\u00fccke im Bereich von ca. 0,05 mm kann eine Nacharbeit deutlich reduziert werden. Teure Hartbearbeitungsschritte wie das Nachschleifen geh\u00e4rteter Oberfl\u00e4chen werden damit drastisch minimiert. Auch die Vorhaltetoleranzen der Aufkohlungstiefe k\u00f6nnen nahezu halbiert werden.\n<\/p>\n<p>Da der gesamte Maschinenraum gekapselt ist, kann der komplette W\u00e4rmebehandlungsprozess unter Schutzgas durchgef\u00fchrt werden. Abh\u00e4ngig vom einstellbaren \u00dcberdruck des Maschineninnenraums werden so \u00e4u\u00dferst zunderarme Werkst\u00fcckoberfl\u00e4chen erzeugt. Die Taktzeit der Maschine betr\u00e4gt circa 25 bis 35 Sekunden f\u00fcr zwei (gleichzeitig zu bearbeitende) Bauteile, je nach Werkst\u00fcckgr\u00f6\u00dfe.\n<\/p>\n<p><strong>\u00dcber EMA Indutec GmbH<\/strong> <br \/>EMA Indutec ist ein international t\u00e4tiger Hersteller von Induktions-Erw\u00e4rmungsanlagen und Frequenzumrichtern, sowie Anbieter von After-Sales-Dienstleistungen mit Sitz in Meckesheim\/Deutschland. Mit etwa 150 Mitarbeitern geh\u00f6rt EMA seit dem Jahr 2000 zur AICHELIN-Gruppe, einem der gr\u00f6\u00dften Produzenten von W\u00e4rmebehandlungsanlagen mit Produktionsstandorten in Deutschland, den USA und China.\n<\/p>\n<p>Information: EMA Indutec GmbH<br \/>Petersbergstra\u00dfe 9, 74909 Meckesheim<br \/>Michael Bergmeir<br \/>Tel.: +49 6226 788 &#8211; 238 <br \/>E-Mail: Michael.Bergmeir@ema-indutec.de<br \/>Web: <a href=\"http:\/\/www.ema-indutec.de\" target=\"_blank\">http:\/\/www.ema-indutec.de<\/a> <\/p>\n<p><strong>\u00dcber die AICHELIN Group <\/strong> <br \/>Die AICHELIN Group mit ihren Unternehmen AICHELIN, EMA Indutec, SAFED, BOSIO und Noxmat ist ein f\u00fchrender Anbieter von W\u00e4rmebehandlungsanlagen wie Industrie\u00f6fen, Induktionsh\u00e4rteanlagen und Industriegasbrenneranlagen. Mit einem Umsatz von 170 Millionen Euro und \u00fcber 1.000 Mitarbeitern z\u00e4hlt sie zu den Top-3-Unternehmen f\u00fcr W\u00e4rmebehandlung weltweit. Mit Hauptsitz in M\u00f6dling bei Wien verf\u00fcgt die Gruppe \u00fcber eine starke Pr\u00e4senz in Europa mit Tochtergesellschaften in Frankreich, Deutschland, Slowenien und in der Schweiz. Die weltweite Pr\u00e4senz umfasst Tochtergesellschaften und Niederlassungen in China, Indien, Russland und den USA, sowie ein Vertriebsnetz in 22 L\u00e4ndern. Eigent\u00fcmer der AICHELIN Group ist die Berndorf AG.\n<\/p>\n<p>Information: Aichelin Holding GmbH<br \/>Harald Berger, Leiter Marketing <br \/>Fabriksgasse 1-3, 2340 M\u00f6dling <br \/>Tel.: +43 2236 236 46 &#8211; 210<br \/>Mobil: +43 676 83 646 210<br \/>E-Mail: harald.berger@aichelin.com<br \/>Web: <a href=\"http:\/\/www.aichelin.com\" target=\"_blank\">http:\/\/www.aichelin.com<\/a><\/p>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EMA Indutec landet mit &#8220;Hotrunner&#8221; beachtliche Verkaufserfolge 23.08.2017 Meckesheim \u2013 Die elektromagnetische W\u00e4rmebehandlung von Metallbauteilen, kurz Induktion, galt lange Zeit als magisches Geheimwissen. Selbst Technikern musste oft erst die Scheu davor genommen werden, sich mit Induktionsprozessen zu befassen. 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