{"id":9989,"date":"2019-03-20T20:46:00","date_gmt":"2019-03-20T19:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.tsp.at\/2019\/03\/20\/pharmaindustrie-will-naeher-zum-patienten\/"},"modified":"2025-10-21T14:57:31","modified_gmt":"2025-10-21T12:57:31","slug":"pharmaindustrie-will-naeher-zum-patienten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tsp.at\/en\/2019\/03\/20\/pharmaindustrie-will-naeher-zum-patienten\/","title":{"rendered":"Pharmaindustrie will n\u00e4her zum Patienten"},"content":{"rendered":"<article class=\"item\">\n<h2><strong>Horv\u00e1th &amp; Partners prognostiziert Umbruch auf vielen Ebenen<\/strong><\/h2>\n<p>20.03.2019<\/p>\n<\/p>\n<\/p>\n<\/p>\n<\/p>\n<\/p>\n<p>Wien \u2013 Europas Pharmaindustrie arbeitet fieberhaft daran, n\u00e4her an den Patienten heranzukommen. Die Digitalisierung und ihre vielf\u00e4ltigen Anwendungsm\u00f6glichkeiten bieten dazu reichlich Gelegenheit. Es ist aber auch die Folge neuer Gesch\u00e4ftsmodelle im Gesundheitsbereich und radikaler Ver\u00e4nderungen in den herk\u00f6mmlichen Lieferketten durch das Eindringen externer Player wie Google Health und Co. Das sagt der Experte f\u00fcr Pharma und Life Science beim Managementberater <span class=\"hl\">Horv\u00e1th<\/span> &amp; Partners <a href=\"http:\/\/horvath-partners.com\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">http:\/\/<span class=\"hl\">horvath<\/span>-partners.com<\/a> , Philipp Temmel, im Gespr\u00e4ch mit pressetext.\n<\/p>\n<p><strong>Langes Warten auf Blockbuster<\/strong> <\/p>\n<p>Neben dem schon immer hohen Druck politischer und regulatorischer Einflussnahme auf die Branche sind es jetzt vor allem der Trend zur personalisierten Medizin und damit neue Behandlungsmuster, die viele Hersteller zum Handeln zwingen. Die gro\u00dfen Blockbuster (eine Anwendung f\u00fcr alle Patienten) werde es in Zukunft wohl nicht mehr geben &#8211; auch bedingt durch die DNA-Dekodierung werden Medikamente und Therapien immer patientenspezifischer, das Leistungsportfolio also individualisierter und lokalisierter. Ein und derselbe Wirkstoff kann bei Patienten in Asien ganz anders funktionieren als in Europa, bei jungen M\u00fcttern anders als bei \u00e4lteren Diabetikern, je nach Dosierung oder Zeitpunkt der Einnahme. Da gibt es viele Einflussfaktoren.\n<\/p>\n<p>Hinzu kommt die Aufwertung des Patienten im Entscheidungsprozess. Informierte Patienten sind anspruchsvoller, wollen eine zweite und dritte Meinung h\u00f6ren &#8211; das hat Auswirkungen auf Hersteller und Gro\u00dfh\u00e4ndler ebenso wie auf Krankenh\u00e4user und \u00c4rzte. Da Werbung f\u00fcr verschreibungspflichtige Medikamente aber auch in Zukunft verboten bleibt, m\u00fcssen sich Hersteller \u00fcberlegen, wie sie die Patienten besser erreichen k\u00f6nnen. Unternehmen im Bereich Diabetes und Multiple Sklerose haben diese Aufgabenstellung als Erste erkannt und in Form von &#8220;Patientenhelfern&#8221; &#8211; etwa Apps mit Tipps und Hilfestellung f\u00fcr den Therapiealltag &#8211; bereits beantwortet.\n<\/p>\n<p><strong>Viel Aufholbedarf bei Digitalisierung<\/strong> <\/p>\n<p>Trotz ausreichend &#8220;Spielgeld&#8221; (finanzielle Ressourcen) &#8211; in punkto Digitalisierung ist die Pharmabranche auf dem Weg hin zum Patienten kein echter Vorreiter, konstatiert Temmel. Investiert wird nach wie vor in Forschung &amp; Entwicklung sowie in Marketing &amp; Vertrieb, die Produktion dazwischen sei noch ein &#8220;Stiefkind&#8221;, der Patient am Ende der Kette &#8220;ein Fremder&#8221;. Da ist noch viel zu tun. Temmel: &#8220;Das Delta zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist riesig, der Weg von der Diagnostik zum Produkt weit. Organisation und Leistungsanspruch fallen in der Pharmaindustrie immer noch weit auseinander.&#8221;\n<\/p>\n<p><strong>Neue Gesch\u00e4ftsmodelle &#8220;beyond drugs&#8221;<\/strong> <\/p>\n<p>Ein weiteres Indiz f\u00fcr den Umbruch der Pharmabranche sieht Temmel in den zunehmenden Bestrebungen, neue Gesch\u00e4ftsmodelle und Erl\u00f6squellen entlang der Kernkompetenzen zu entwickeln, dabei gerne auch mit Kooperationspartnern. So kommt es inzwischen durchaus vor, dass sich einzelne Hersteller Gedanken \u00fcber eigene Logistikketten machen oder gleich spezialisierte Apotheken, Kliniken, Pr\u00e4ventions- und Rehabilitationszentren f\u00fcr ihre Produkte und Einsatzm\u00f6glichkeiten bauen, um n\u00e4her zum Patienten zu kommen oder den Gro\u00dfh\u00e4ndler zu \u00fcberspringen.\n<\/p>\n<p>&#8220;Das gef\u00fchlte Unbehagen des einzelnen Patienten gepaart mit dem steigenden Sicherheitsbed\u00fcrfnis ist definitiv ein Gesch\u00e4ftsmodell der Zukunft&#8221;, erl\u00e4utert der Berater. &#8220;Deshalb wird in der Branche auch auf Teufel komm raus vorw\u00e4rts und r\u00fcckw\u00e4rts integriert.&#8221; Dies \u00e4u\u00dfert sich dann etwa in der R\u00fcckholung der outgesourcten Produktion, der \u00dcbernahme aufstrebender Biotech-Unternehmen und\/oder der Lizensierung von Fremdprodukten oder Neu-Entwicklungen, wenn die eigene F&amp;E-Pipeline leer ist. &#8220;Solange Geld da ist, wird expandiert. Da gibt es keine Grenzen.&#8221;\n<\/p>\n<p><strong>Lokalisierte statt personalisierte Medizin<\/strong> <\/p>\n<p>Die Gefahr, dass M\u00e4rkte und Zielgruppen aufgrund der zunehmenden Personalisierung kleiner werden, bezeichnet Temmel als &#8220;Herausforderung, aber kein Risiko&#8221;. Er gehe nicht davon aus, dass es generell zu einer &#8220;personalisierten Medizin&#8221; komme, viel eher denkbar sei eine &#8220;lokalisierte Medizin&#8221; &#8211; also Anpassungen an lokale (regionale) M\u00e4rkte. &#8220;Der durchschnittliche indische Krebspatient ist eben ein anderer als der \u00f6sterreichische Krebskranke.&#8221; Welche Unterschiede es im Einzelnen gibt und welche Relevanz diese f\u00fcr Therapie und Produktion haben, wird noch diskutiert. Sicher ist, dass sich auch die Industrie weiterentwickeln wird, wenn sich der Bedarf individualisiert, meint der Berater.\n<\/p>\n<p><strong>Schnittstelle als Patientenhelfer<\/strong> <\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Frage f\u00fcr die Digitalisierungsbestrebungen der Pharmaindustrie ist, wie die zuk\u00fcnftige Schnittstelle zwischen Forschungslabors, Herstellern, Gro\u00dfh\u00e4ndlern, Kunden und Patienten gestaltet werden soll. Eine &#8220;Patienten-App&#8221; ist daf\u00fcr bestenfalls ein Service- und Marketinginstrument, aber noch keine Portall\u00f6sung, wie sie etwa von Beraterseite eingefordert wird. Daf\u00fcr gibt es schon Beispiele: Manche Unternehmen gehen schon heute soweit, dass sie die gesamte Bestellkette integrieren und so die Lagerbest\u00e4nde bei Gro\u00dfh\u00e4ndlern und Kunden managen, so wie sie \u00fcber eine App den Therapiefortschritt beim Patienten steuern &#8211; mit allen Konsequenzen.\n<\/p>\n<p>Dazu braucht es &#8211; auch aus Patientenschutz-Sicht &#8211; jedenfalls mehr Kommunikation zwischen den einzelnen Stakeholdern, ist Temmel \u00fcberzeugt. Die neue Digitalisierung erm\u00f6glicht mehr Durchblick und mehr Kommunikation. Die Frage sei blo\u00df, wie man sie nutzt &#8211; und wem dies mehr nutzt: dem Hersteller oder dem Patienten.\n<\/p>\n<p>Weitere Fotos zum Gespr\u00e4ch mit Berater Philipp Temmel von <span class=\"hl\">Horv\u00e1th<\/span> &amp; Partners stehen kostenlos zum Download zur Verf\u00fcgung: <a href=\"https:\/\/fotodienst.pressetext.com\/album\/3703\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">https:\/\/fotodienst.pressetext.com\/album\/3703<\/a><\/p>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Horv\u00e1th &amp; Partners prognostiziert Umbruch auf vielen Ebenen 20.03.2019 Wien \u2013 Europas Pharmaindustrie arbeitet fieberhaft daran, n\u00e4her an den Patienten heranzukommen. Die Digitalisierung und ihre vielf\u00e4ltigen Anwendungsm\u00f6glichkeiten bieten dazu reichlich Gelegenheit. 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